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Wettbewerb Umstrukturierungskonzept der Kirche St. Josef in Hillscheid
in Zusammenarbeit mit Professor Henner Herrmanns, Vallendar


PROJEKTDATEN
Bruttogeschossfläche: ca. 1.650 m²

OBJEKT
Ziel des Entwurfs ist es, die funktionalen Ansprüche in eine Identität stiftende Architektur umzusetzen, indem einerseits einem optimalen Funktionsablauf des profanen Raumprogramms und andererseits der Symbolik, Zeichenhaftigkeit und dem Repräsentationscharakter einer christlichen Kirche genüge getan wird.
Der Entwurf will ein Moment der Überraschung erzeugen – wie z. B. bei den beiden barocken Kirchen Vierzehnheiligen oder der Wies, die ein im Prinzip völlig unerwartetes Raumgefüge beherbergen. Wie in der Barock-Architektur aus dem ursprünglichen Longitudinalraum der Kirchen ein Zentralraum wurde, so entsteht auch hier durch Halbierung der Kirchenfläche und Abteilung in einen profanen und einen sakralen Teil aus der Restkirche ein längselliptischer Zentralraum. Diese ovale Grundrissdisposition wurde als ikonisches Zeichen gewählt, um bestimmte geistige Inhalte zu symbolisieren und einen sinnenfreudigen, komplexen und spirituellen Raum zu gestalten, von dem der Gläubige sozusagen „umarmt“ wird. Wer den sakralen Raum mit seiner stillen Asymmetrie betritt, verlässt deutlich wahrnehmbar den profanen Bereich des Alltäglichen.
Der neue Sakralraum wird von einer diaphanen Membrane umfasst, wodurch eine Entmaterialisierung der Raumbegrenzung bewirkt wird. Durch die transluzente Wand strömt Licht und erfährt im Durchgang eine Verwandlung, die den Raum spiritualisiert und mit Glanz erfüllt. Das Licht hat über seinen praktischen Nutzen hinaus symbolische Bedeutung, denn es ist göttlichen Ursprungs.Ein Baldachin, in den die Beleuchtungskörper integriert werden, soll den neu gestalteten Kirchenraum nach oben abschließen und die Transzendenz des Glaubens symbolisieren.

PLANUNGS-PLUS
Der neu geplante ovale Sakralraum im Baukörper der existierenden Kirche wird von der vorhandenen Begrenzung umschlossen, ganz nach dem Prinzip von Kern und Schale. So erhält der neue Kirchenraum eine graduell gesteigerte Bedeutung gegenüber dem profanen Bereich. Konzept ist das Haus im Haus, das im Umschließenden das Umschlossene, im Kostbaren das noch Wertvollere, im Sichtbaren das Numinose sucht. Die äußere Steinhülle hütet das geheimnisvolle Innere. Das Innere ist das Heilige – wie schon Romano Guardini sagte.

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